×

Warnung

You must use an API key to authenticate each request to Google Maps Platform APIs. For additional information, please refer to http://g.co/dev/maps-no-account

Regelmäßig zum Jahreswechsel treten zahlreiche Gesetzesänderungen in Kraft. Für uns Zeitungszusteller ist die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns besonders relevant.

Doch so positiv die Erhöhung des Mindestlohns auf € 9,19 zum 01.01.2019 auch für uns Zeitungszusteller ist, aufpassen müssen alle, die eine Verdienstgrenze einhalten wollen.

Besonders häufig soll die € 450,- Grenze bei Minijobbern berücksichtigt werden. Bei dem bisherigen Mindestlohn wurde diese Grenze nach ca. 51 Stunden im Monat überschritten. Bei € 9,19 pro Stunde wird diese Grenze bereits nach ca. 49 Stunden erreicht (bei einem Artikel im Kölner Stadtanzeiger vom 21.12.2018 wurde als Grenze 45 Stunden genannt, hier hat der Autor wohl einen Zahlendreher gehabt und mit € 9,91/h gerechnet).

Die regelmäßige planbare Arbeitszeit sollte also mit bedacht gewählt werden. Dabei gilt zu bedenken, dass auch Einmalzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld (nur Kolleginnen und Kollegen, die vor 04.2009 eingestellt wurden haben einen Anspruch) in den Jahresschnitt eingerechnet werden. Bei Urlaub oder Krankheit enthält der gezahlte Tagessatz auch die Nachtzulage, die in diesen Fällen sozialversicherungspflichtig wird und daher auch mitgerechnet wird.

Ein Verzicht auf Vergütung von Arbeitszeit, auch zusätzlicher Arbeitszeit (z.B. für die Zustellung von Zeitschriften) würde gegen §3 Mindestlohngesetz verstoßen. Es ist daher keine Lösung, diese Zeiten nicht oder zu niedrig zu melden.

Sucht also bei Problemen rechtzeitig mit Eurer Bezirksleiterin bzw. Eurem Bezirksleiter andere Lösungen. Mögliche Wege wären eine Verkleinerung des Zustellbezirks oder z.B. die Nutzung eines Arbeitszeitkontos.

Interessant werden auch Änderungen, die für Juli 2019 bei den Midijobs vorgesehen sind. Bei diesen Beschäftigungen wird innerhalb einer Gleitzone von aktuell € 450,- bis € 850,- nicht sofort der komplette Arbeitnehmerbeitrag bei den Sozialversicherungen fällig. Der Beitrag steigt in dieser Zone „gleitend“ bis zum normalen Satz.

Ab Juli 2019 wird die obere Grenze für diese Gleitzone auf € 1300,- angehoben. Dies führt in diesem Bereich zu niedrigeren Arbeitnehmerbeiträgen zur Sozialversicherung.

Bisher wurde allerdings durch die reduzierten Arbeitnehmerbeiträge zur Rentenversicherung auch ein geringerer Rentenanspruch erreicht. Daher konnte auf die Anwendung der Gleitzone in der Rentenversicherung verzichtet werden.

Zukünftig werden die für die Rentenhöhe wichtigen Entgeltpunkte direkt aus dem Arbeitsentgelt berechnet. Ein niedrigerer Arbeitnehmeranteil ist dann nicht mehr rentenschädlich. So macht ein Verzicht auf die Anwendung der Gleitzone hier keinen Sinn mehr. Die Möglichkeit entfällt ab Juli 2019.