Du gehst an die Fleischtheke eines Supermarktes und bestellst 1Kg Rinderhack. Die nette Verkäuferin packt Dir 1.234g ein und dabei fragt Sie Dich, aufmerksam auf die Waage schauend: “Darf es auch etwas mehr sein?“

Fahrrad1© I. Heuer

Du bejahst und schon ist der Deal perfekt.

Ist das auch so, wenn Du Dein Fahrrad überlädst? NEIN, da darf es auf keinen Fall „etwas mehr sein“, denn als „Fahrzeugführer“ bist Du selbst in der Verantwortung, Deinen „Lastenesel“ verkehrstauglich und gesetzeskonform zu bestücken und im öffentlichen Straßenverkehr zu bewegen.

Da ist keine Verkäuferin, die Dich höflich fragt, ob es auch „etwas mehr“ sein darf. DU BIST AUF DICH SELBST GESTELLT!

Was hat RINDERHACK mit einem Zustellerfahrrad zu tun?

Ziemlich einfach:

Bist Du ein Rindvieh, dann überlädst Du täglich Dein Fahrrad so sehr, dass es weder verkehrstauglich noch gesetzeskonform von Dir im öffentlichen Straßenverkehr benutzt wird. Erleidest Du einen Unfall, bist Du im schlimmsten Fall HACK.

Damit genau das nicht passiert, beachte:

  1. Benutze ein zum öffentlichen Straßenverkehr zugelassenes Fahrrad.
  2. Das zulässige Gesamtgewicht des Fahrrades darf inklusive Deinem eigenen Gewicht und der Beladung nicht überschritten werden.
  3. Die meisten Fahrradträger dürfen nur mit 25Kg belastet werden. Das bedeutet, dass die zur Verfügung gestellten Fahrradtaschen bei einem Eigengewicht von je ca. 2Kg je Seite nur mit maximal 10,5Kg beladen werden dürfen. Zur Info: Ein großes Standardpaket wiegt knapp 10Kg.
  4. Fahre nötigenfalls mehrfach zu Deiner Ablagestelle und wiederhole den Prozess so lange bis alle Objekte von Dir ordnungsgemäß ausgeliefert wurden. Die möglicherweise erforderliche zusätzliche Arbeitszeit (durch das Hin- und Herfahren zur Ablagestelle) dokumentierst Du fein säuberlich und berechnest einen Mehraufwand gegenüber Deinem Bezirksleiter bzw. deiner Bezirksleiterin.
  5. Lasse Dein Fahrrad jährlich durch von der RZZ zugelassenen Händler „inspizieren“ und lasse Dir detailliert ein Prüfprotokoll aushändigen. Die Kosten der Inspektion bei diesen Händlern übernimmt der Arbeitgeber. Ersatzteile werden nicht übernommen. Bei Fragen wende dich an deine Bezirksleitung.
  6. Als „FAHRZEUGFÜHRER“ handelst Du absolut eigenverantwortlich. Das heißt im Umkehrschluss, dass DU für DICH alleine entscheiden musst, ob Du eher der eigenen Bequemlichkeit erliegst und damit einen möglichen Unfall mit allen negativen Folgen billigend in Kauf nimmst, oder ob DU der eigenen Sicherheit willen lieber öfter, dafür aber ohne möglichen Unfall, zur Ablagestelle fährst und Dein Fahrrad ordnungsgemäß und verkehrssicher belädst.
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Aus aktuellem Anlass sei noch darauf verwiesen, dass Rechtsanwälte mit Kündigungen drohen, wenn Du Dein Fahrrad überladen hast oder Dein Fahrrad nicht „verkehrssicher“ im öffentlichen Straßenverkehr bewegst.

ALSO AUFPASSEN!